Rostock my Love – rau, schön und voller Charakter

Rostock ist eine Stadt der Gegensätze – und gerade das macht sie so unwiderstehlich. Zwischen den monumentalen Türmen der Backsteingotik, den stolzen Giebelhäusern der Altstadt und dem ehrwürdigen Glanz der Hansezeit öffnet sich eine Welt, in der die Schönheit nicht glattgebügelt daherkommt, sondern Ecken, Kanten und Geschichte hat.

Am Neuen Markt erhebt sich die Marienkirche mit ihrer astronomischen Uhr wie ein stiller Wächter über die Jahrhunderte, und entlang der Kröpeliner Straße reihen sich Fassaden aneinander, die Geschichten aus Kaufmannszeiten erzählen. Doch wer denkt, Rostock sei bloß eine hübsch hergerichtete Museumsstadt, irrt gewaltig.

Nur wenige Gehminuten entfernt, am Stadthafen, zeigt sich Rostock von einer ganz anderen Seite: rauer, roher, echter. Hier bröckelt der Putz, hier trifft man auf verlassene Speicher, wilde Graffiti, alte Kräne und den salzigen Wind der Ostsee. Es ist ein Ort, der nicht gefallen will – und gerade deshalb so gefällt. Zwischen Werkstatt-Cafés, improvisierten Bars und der entspannten Rastlosigkeit der Hafenpromenade spürt man, dass Rostock lebt. Nicht als glattpolierte Postkarte, sondern als Stadt, die atmet, arbeitet, sich verändert.

Dieser Kontrast – zwischen hanseatischer Pracht und ungeschönter Hafen-Ehrlichkeit – macht Rostock zu einem Ort mit Seele. Zu einer Stadt, die nicht perfekt ist und genau deshalb berührt. Wer sie einmal erlebt hat, weiß: Hier muss man nicht glänzen, um zu leuchten.

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