Im schmalsten Teil der Halbinsel, zwischen Ostsee und Saaler Bodden, liegt das Ostseebad Wustrow. Zur Seeseite hin erstreckt sich ein weitläufiger Sandstrand, der besonders im Sommer zum Baden einlädt. Hier befindet sich auch die 240 Meter lange Seebrücke. Auf der Boddenseite erstreckt sich eine weite Landschaft mit Wiesen und Schilfrohr. Im historischen Hafen liegen Zeesboote mit ihren typisch braunen Segeln. Das markanteste Wahrzeichen des ehemaligen Seefahrerdorfes ist die Kirche, deren 18 Meter hoher, begehbarer Kirchturm früher als Seezeichen diente und heute einen weiten Rundblick über die Halbinsel ermöglicht.












Die Steilküste bei Wustrow auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst ist nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch historisch bedeutsam. Besonders auffällig sind die Überreste alter Bunkeranlagen, die aus verschiedenen Epochen stammen und heute teilweise im Meer liegen.
Die Steilküste und ihre Bunker
Zwischen den Ostseebädern Wustrow und Ahrenshoop, nahe dem Ortsteil Niehagen, erhebt sich das sogenannte „Hohe Ufer“ – eine markante Steilküste, die durch Erosion ständig im Wandel ist. Entlang dieses Küstenabschnitts befinden sich mehrere Bunker, die ursprünglich als Beobachtungsstationen der DDR dienten. Errichtet wurden sie Ende der 1950er-Jahre im Zuge des Kalten Krieges, als die DDR dort eine Beobachtungskompanie stationierte. Infolge der natürlichen Küstenerosion wurde die Anlage im Laufe der Jahrzehnte unterspült, Teile liegen bereits seit vielen Jahren am Strand und im Wasser.
Ein besonders markanter Bunker stürzte im Februar 2024 von der Steilküste ins Meer. Der betreffende Strandabschnitt vor dem NVA-Bunker war bereits länger gesperrt.
Zudem existieren in Althagen, einem Ortsteil von Ahrenshoop, Bunkerreste aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese wurden nach Kriegsende gesprengt, doch ihre Überreste sind noch heute sichtbar und zeugen von der bewegten Geschichte der Region.
Weitere Besonderheiten von Wustrow
- Historische Bedeutung: Wustrow wurde erstmals 1253 urkundlich erwähnt. Der Name stammt vom slawischen „Svante Wustrow“, was „Heilige Insel“ bedeutet. Die Kirche des Ortes steht auf einem ehemaligen slawischen Heiligtum, und vom Kirchturm aus bietet sich ein weiter Blick über die Region. wustrow.m-vp.de
- Seefahrtsgeschichte: Das Ostseebad Wustrow entwickelte sich aus einem Fischer- und Seefahrerdorf. Die maritime Tradition ist bis heute spürbar und prägt das kulturelle Leben des Ortes.
- Natur und Erholung: Die Umgebung von Wustrow bietet zahlreiche Wander- und Radwege, insbesondere entlang der Steilküste. Die Seebrücke von Wustrow lädt zu Spaziergängen ein und bietet einen herrlichen Blick auf die Ostsee.
- Halbinsel Wustrow: Die gleichnamige Halbinsel war über Jahrzehnte militärisches Sperrgebiet. Nach der Wiedervereinigung wurde sie an einen Investor verkauft, doch Entwicklungspläne scheiterten bislang. Heute ist die Halbinsel größtenteils unzugänglich und gilt als „verbotene Insel“.
Wustrow vereint auf einzigartige Weise Natur, Geschichte und maritimes Flair. Die Steilküste mit ihren Bunkerresten ist ein eindrucksvolles Zeugnis der Vergangenheit und ein lohnendes Ziel für Besucher, die sich für Geschichte und Natur gleichermaßen interessieren.