Der Fischkaten in Ahrenshoop

Ein Topf voll Küstenglück – Der Fischkaten und seine berühmte Fischsuppe

Manche Gerichte erzählen Geschichten. Vom Meer, vom Wetter, vom Leben. Die Fischsuppe aus dem Fischkaten Ahrenshoop ist so eine Geschichte – dampfend, duftend, ehrlich.

Der Fischkaten selbst ist ein schmuckes Häuschen mit Reetdach, schieferblauen Fensterläden und einer langen Tradition. Einst war er ein echtes Fischerhaus – klein, windschief, aber voller Leben. Heute ist er ein Ort, an dem man das Gefühl hat, dass die Zeit ein wenig langsamer läuft. Kein Schickimicki, kein Firlefanz – nur frischer Fisch, alte Rezepte und ganz viel Herz.

Und dann ist da diese Suppe. Wer sie einmal probiert hat, vergisst sie nicht so schnell. Schon beim ersten Löffel spürt man: Hier steckt mehr drin als Brühe und Beilage. Hier schwimmen Geschichten mit – von alten Fischern, von stürmischen Tagen, von Lagerfeuern am Boddenufer.

Die Basis ist eine klare, würzige Brühe – angesetzt mit Wurzelgemüse, frischen Kräutern und, so munkelt man, einem Schuss trockenen Wermuts. Darin tummeln sich fangfrische Stücke von Dorsch, Lachs oder Zander, manchmal auch geräucherter Aal oder eine Garnele, dazu Kartoffeln, Möhren, Lauch. Alles ist fein abgestimmt, nichts dominiert. Es ist eine Suppe, wie sie nur entsteht, wenn jemand nicht nur kocht, sondern liebt, was er tut.

Besonders an kühlen Tagen, wenn der Wind durch die Dünen pfeift und die Ostsee gischtet, ist ein Platz im Fischkaten und eine Schale dieser Suppe wie ein wärmender Hafen. Viele kommen jedes Jahr wieder – nicht wegen des großen Auftritts, sondern wegen dieses kleinen, leisen Genusses, der sich tief ins Gedächtnis schmeichelt.

Und das Schönste: Manchmal sitzt man dort an einem einfachen Holztisch, hat rote Wangen vom Wind, den Duft der Suppe in der Nase – und hört aus der Küche ein leises Lachen, während draußen die Möwen kreisen.

Dann weiß man: Mehr braucht es nicht.

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