
– ist ein Ort, der wie kaum ein anderer die Geschichte des europäischen Seebadwesens verkörpert. Gegründet im Jahr 1793 durch Herzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin auf Anregung seines Leibarztes Samuel Gottlieb Vogel, wurde hier das erste deutsche Seebad ins Leben gerufen. Inspiriert von englischen Vorbildern entstand ein Ort, der Gesundheit, Erholung und gesellschaftliches Leben miteinander verband.
Die klassizistischen Gebäude entlang der Strandpromenade – liebevoll „Perlenkette“ genannt – wurden zwischen 1793 und 1870 von renommierten Architekten wie Carl Theodor Severin und Georg Adolph Demmler errichtet. Sie schufen ein harmonisches Ensemble aus Logier-, Bade- und Gesellschaftshäusern, das Heiligendamm seinen einzigartigen Charme verleiht. Der Giebel des Kurhauses trägt die Inschrift: „Heic te laetitia invitat post balnea sanum“ – „Hierher lädt die Freude dich, den nach dem Bade Gesunden“.
Im 19. Jahrhundert avancierte Heiligendamm zum Treffpunkt des europäischen Hochadels. Kaiser, Könige und Künstler verbrachten hier ihre Sommerfrische. Die Verbindung von Natur, Architektur und gesellschaftlichem Leben machte den Ort zu einem beliebten Ziel für Erholungssuchende.
Nach bewegten Zeiten, darunter die Nutzung als Lazarett im Zweiten Weltkrieg und als Fachschule für angewandte Kunst in der DDR, begann nach der Wiedervereinigung die behutsame Restaurierung des historischen Ensembles. Das Grand Hotel Heiligendamm, eröffnet im Jahr 2003, vereint heute modernen Luxus mit historischem Flair. Es war auch Schauplatz des G8-Gipfels im Jahr 2007, der dem Ort internationale Aufmerksamkeit bescherte.
Heiligendamm ist mehr als nur ein Seebad – es ist ein lebendiges Denkmal europäischer Badekultur, das Geschichte und Gegenwart auf einzigartige Weise verbindet. Ein Ort, der zum Verweilen, Genießen und Träumen einlädt.






