Norddeutsche Backsteingotik
Das Doberaner Münster ist ein herausragendes Beispiel norddeutscher Backsteingotik und beeindruckt durch seine reiche mittelalterliche Ausstattung. Der Innenraum besticht durch einen dreiteiligen Aufbau mit Arkadenzone, gemaltem Blendtriforium und Obergaden, der in edlen Formen gehalten ist. Besonders bemerkenswert ist der Hochaltar aus dem 14. Jahrhundert, der als ältester erhaltene Flügelaltar der Welt gilt. Weitere bedeutende Ausstattungsstücke sind der monumentale Lettner-Kreuzaltar, das Chor- und Konversengestühl sowie kunstvolle Glasmalereien.










Die weitläufige Anlage
Das Münster war ursprünglich die Kirche des Zisterzienserklosters Doberan, das 1171 gegründet wurde. Nach der Säkularisation im 16. Jahrhundert wurde es zur evangelischen Pfarrkirche. Trotz Plünderungen und Nutzung als Magazin während des Dreißigjährigen Krieges und der napoleonischen Besatzung blieb das Münster weitgehend erhalten.
Die Klosteranlage umfasst neben dem Münster weitere historische Gebäude wie das Wirtschaftsgebäude, das Kornhaus und die Wollscheune. Das Wirtschaftsgebäude, eines der größten erhaltenen mittelalterlichen Wirtschaftsgebäude des Zisterzienserordens, wurde im 13. Jahrhundert errichtet und diente verschiedenen Zwecken wie Bäckerei und Mälzerei. Das Kornhaus, ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert, wurde als Speicher genutzt und beherbergt heute kulturelle Veranstaltungen.
Erhalt und Wiederherstellung
Aktuell werden umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt, um das Münster und die Klosteranlage zu erhalten. Dazu gehören die Sanierung des Gewölbes und die Restaurierung der Schuke-Orgel. Der Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan engagiert sich für den Erhalt und die Wiederherstellung der Anlage.
Der Ursprung

Die Legende vom Schwan und dem Doberaner Münster
Es war einmal vor langer Zeit, als die Mönche des Zisterzienserordens ein neues Kloster errichten wollten. Ihr altes Haus war durch Streit und Not entweiht worden, und so machten sie sich auf die Suche nach einem Ort, an dem sie in Frieden leben und beten konnten.
Sie beteten zu Gott um ein Zeichen. Da erschien ein weißer Schwan am Himmel, so hell und anmutig, dass alle ergriffen innehielten. Der Schwan kreiste über den Wäldern und Wiesen, dann glitt er langsam nieder und ließ sich auf einer grünen Lichtung nieder, nicht weit von der Ostsee.
Die Mönche deuteten dies als göttliche Fügung – hier sollte ihr neues Kloster entstehen. An genau dieser Stelle begannen sie mit dem Bau eines Gotteshauses, das in seiner Pracht und Stille die Jahrhunderte überdauern sollte: das Doberaner Münster.
Noch heute, wenn die Abendsonne die Backsteine zum Glühen bringt, erzählen sich die Menschen in Bad Doberan die Geschichte vom Schwan – als himmlischem Boten, der diesen heiligen Ort auswählte.