Was heute möglich ist, wenn wir Geschichte nicht nur bewahren, sondern beleben
Die Hansestädte haben nicht nur eine stolze Vergangenheit, sondern sind heute oft echte Labore für europäische Ideen – manchmal leise, manchmal mutig, aber fast immer kreativ. Hier kommen ein paar konkrete Beispiele, wie Rostock, Stralsund, Wismar & Co. heute im Geiste der Hanse handeln – und was Europa daraus lernen könnte:
Rostock – Weltoffenheit im Hafen, Wandel in der Stadt
Rostock war schon zur Hansezeit ein Tor zur Welt – und bleibt es heute.
Der Hafen, einer der größten an der Ostsee, ist heute ein Knotenpunkt für internationalen Handel, Fährverkehr, Kreuzfahrten – aber auch für Austauschprojekte. Die Hochschule und Universität pflegen gezielt Partnerschaften in den Ostseeraum, etwa mit Skandinavien und dem Baltikum – im Sinne eines modernen „Hanse-Netzwerks“.
Was die EU lernen könnte:
Europa wächst nicht nur in den Metropolen – sondern auch in Grenzräumen mit Geschichte. Solche Orte brauchen gezielte Unterstützung, nicht nur als Logistikpunkte, sondern als Kultur- und Dialogräume Europas.
Stralsund – Bewahrung durch Begegnung
Stralsund bewahrt nicht nur Backstein und Stadtmauern – sondern auch Wissen und Geschichten. Mit dem Ozeaneum ist hier ein europäisches Leuchtturmprojekt für Meeresbildung entstanden, das nicht nur Touristen begeistert, sondern internationale Forscher zusammenbringt.
Zudem engagiert sich die Stadt stark für Städtepartnerschaften, etwa mit Trelleborg (Schweden) und Pori (Finnland) – echte Hanseverbindungen!
Was die EU lernen könnte:
Wissenschaft, Bildung und Nachhaltigkeit als europäische Kulturaufgabe zu sehen – nicht als Kostenfaktor. Kleine Städte wie Stralsund zeigen, wie es geht.
Wismar – Sanieren, vernetzen, verbinden
Wismar hat es geschafft, seine Altstadt als lebendigen Raum zu erhalten – mit Hilfe von EU-Fördermitteln, aber auch mit starkem bürgerschaftlichem Engagement.
Wismar ist Teil der „Neuen Hanse“, einem Städtebund von über 180 Städten in Europa, die sich auf die hanseatische Idee von Kooperation, fairer Wirtschaft und Kulturaustausch berufen.
Jedes Jahr gibt es einen Internationalen Hansetag, bei dem sich Vertreter dieser Städte treffen – mit Diskussionen, Märkten, Jugendprojekten.
Was die EU lernen könnte:
Nicht alles muss von oben organisiert sein. Ein starkes, grenzüberschreitendes Netzwerk von Städten kann die europäische Idee mit Leben füllen – dezentral, aber verbunden.
Greifswald, Lübeck, Riga, Bergen – Hanse neu denken
Auch außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns leben alte Hansestädte europäische Vielfalt ganz konkret:
- In Lübeck arbeiten Jugendgruppen an gemeinsamen Hanse-Werkstätten mit polnischen und baltischen Partnern.
- In Greifswald wird mit EU-Förderung ein grüner Campus gebaut – mit Fokus auf nachhaltige Entwicklung im Ostseeraum.
- In Riga und Bergen verbinden sich Hanse-Erbe und moderne Urbanität zu Kulturmarken mit europäischer Strahlkraft.
Was die EU lernen könnte: Kulturelles Erbe ist Zukunftskapital – wenn es klug und kreativ genutzt wird. Die Hanse ist nicht nur Geschichte, sie ist ein Werkzeug für neue Verbindungen in einer fragmentierten Welt.
