
Zwischen Land und Meer – Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
Kaum ein Ort in Deutschland wirkt so ursprünglich, so weit und zugleich so geheimnisvoll wie der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns, zwischen der Ostsee und den stillen Boddengewässern, entfaltet sich eine Landschaft, die in ihrer Vielfalt und Schönheit einzigartig ist – wild, wandelbar und voller Leben.
Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ist mit über 800 km² Fläche der größte deutsche Nationalpark an der Ostsee und umfasst ein einzigartiges Mosaik aus Land- und Wasserflächen. Er liegt im Norden Mecklenburg-Vorpommerns und schützt einen großen Teil der vorpommerschen Küstenlandschaft mit ihrer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt.
Hier trifft das offene Meer auf sanfte Lagunen, Schilfgürtel auf Dünen, urwüchsige Wälder auf windgepeitschte Strände. Es ist ein Mosaik aus Wasser und Land, das sich ständig verändert – geformt von Wind, Wellen und der Zeit. Die Natur darf hier frei walten, denn genau das ist das Herzstück dieses Nationalparks: der Schutz dynamischer, lebendiger Prozesse.
Die Vorpommersche Boddenlandschaft ist das größte Großschutzgebiet an der deutschen Ostseeküste. Sie umfasst Teile des Festlandes sowie die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und weite Wasserflächen. Besonders berühmt ist sie als Rastplatz für zehntausende Kraniche, die im Herbst mit ihren Rufen die Luft erfüllen – ein Naturschauspiel, das jedes Jahr Besucher aus ganz Europa anzieht. Aber auch Seeadler, Kegelrobben, Fischotter und seltene Pflanzenarten haben hier ein sicheres Zuhause gefunden.
Was den Nationalpark so besonders macht, ist seine Unberührtheit. Wer durch diese Landschaft wandert, radelt oder auf dem Wasser gleitet, begegnet einer Natur, die nicht für den Menschen gestaltet wurde – und gerade deshalb so tief berührt. Die weiten Horizonte, das flirrende Licht über den Bodden, das sanfte Wiegen der Schilfwälder im Wind – all das lädt zum Innehalten ein.
Die Wege sind bewusst zurückhaltend angelegt, Informationstafeln und Aussichtspunkte lenken den Blick auf das Wesentliche, ohne zu stören. Und wer bereit ist, Geduld mitzubringen, wird mit Momenten belohnt, die man nur an wenigen Orten dieser Welt erlebt: das erste Licht des Morgens über einer stillen Lagune, das Kreisen eines Seeadlers am Himmel oder das leise Plätschern der Wellen am Weststrand, wo die Zeit stillzustehen scheint.
Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ist mehr als ein geschütztes Gebiet – er ist ein Versprechen. Ein Versprechen an die kommenden Generationen, dass es Orte geben darf, an denen die Natur Vorrang hat. Und ein Versprechen an uns selbst, dass in der Stille und Weite der Landschaft ein tiefer Frieden liegt, den wir sonst oft vergeblich suchen.
Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ist mit über 800 km² Fläche der größte deutsche Nationalpark an der Ostsee und umfasst ein einzigartiges Mosaik aus Land- und Wasserflächen. Er liegt im Norden Mecklenburg-Vorpommerns und schützt einen großen Teil der vorpommerschen Küstenlandschaft mit ihrer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt.

Hier die wichtigsten Orte und Regionen, die zum Nationalpark gehören:
Halbinsel Fischland-Darß-Zingst
- Darßer Ort mit dem berühmten Weststrand: einer der wildesten Strände Deutschlands, ständig im Wandel.
- Zingst: insbesondere der östliche Teil, mit Salzwiesen, Dünenlandschaften und Beobachtungsplattformen für Kraniche und andere Zugvögel.
- Pramort: östlichster Punkt der Halbinsel Zingst – wichtigstes Kranich-Rastgebiet im Herbst.
- Darßer Urwald: naturbelassener Wald mit alten Buchen, Mooren und geheimnisvollen Pfaden.
- Ostseestrände und Dünenbereiche, die sich weitgehend ohne menschliche Eingriffe entwickeln dürfen.
Boddengewässer
- Barther Bodden
- Saaler Bodden
- Grabow
- Zingster Strom Diese flachen Lagunen zwischen dem Festland und der Halbinsel sind ökologisch sehr wertvoll und Brut-, Nahrungs- und Rastgebiete für viele Vögel.
Teile der Insel Hiddensee
- Der nördliche Teil von Hiddensee, einschließlich der Dünenheide, Salzwiesen und Steilufer bei Dornbusch, gehört ebenfalls zum Nationalpark.
Küstenabschnitte auf dem Festland
- Besonders rund um die Ortschaften Bodstedt, Breyenhorst, Barth und teilweise Richtung Wustrow.
- Hier findet man oft Übergänge von Brackwasserzonen über Schilfgürtel bis zu landwirtschaftlich geprägtem Hinterland.
Wichtig zu wissen:
- Der Nationalpark besteht größtenteils aus Wasserflächen (über 80 %) – also aus den Bodden und angrenzenden Meeresgebieten der Ostsee.
- Es gibt Ruhe- und Entwicklungszonen, in denen die Natur völlig sich selbst überlassen bleibt. Hier gelten besondere Schutzregeln, z. B. für das Betreten, Befahren oder Fotografieren.